Warmes Wasser gefriert schneller als kaltes – Tatsache oder Unwahrheit?

0
46

schmelzender würfel aus eis

Es liegt die Annahme vor, dass heißes Wasser schneller gefriert als kaltes. Doch macht diese Aussage überhaupt Sinn? Wäre es nicht um einiges sinnvoller, wenn kaltes Wasser schneller gefriert? Schließlich ist dieses temperaturtechnisch doch näher am Gefrierpunkt dran. Wir gehen dem Mysterium auf den Grund und räumen mit allen Unklarheiten auf.

 

Der Mpemba-Effekt und warum warmes Wasser schneller gefriert als kaltes

Es ist wissenschaftlich bewiesen, dass wärmeres Wasser schneller gefriert, als es bei kaltem Wasser der Fall ist. Dieser Effekt wird als Mpemba-Effekt bezeichnet und ist ein einziges Paradoxum. Denn obwohl außer Frage steht, dass heißes Wasser schneller gefriert, sind sich selbst Wissenschaftler über den Grund uneinig. Wenn man also möchte, dass Wasser besonders schnell gefriert, muss man dieses nur hinreichend erwärmen. Bereits Aristoteles berichtete von dem Phänomen. Es handelt sich also um ein Mysterium, dass seit der Antike besteht und bis heute nicht geklärt wurde. Seinen Namen erhielt das Phänomen allerdings nicht von Aristoteles, sondern erst in der Neuzeit. Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wollte Erasto B. Mpemba nämlich Speiseeis herstellen. Die hierfür benötigte Masse, erwärmte der 13-jährige Tansanier dafür im Vorfeld. Das führte dazu, dass das Phänomen unter seinem Namen in die Geschichte einging.

Testen Sie den Mpemba-Effekt einfach selber

Der Mpemba-Effekt ist ein Phänomen, dass auch wunderbar selber getestet werden kann. Das ganze Verfahren ist aber wesentlich einfacher, wenn man es (nachts) im Winter durchführt. Dafür benötigt man im Grunde nicht mehr als zwei Töpfe, einen Herd und ein Thermometer. Einer der Töpfe wird dabei mit Wasser gefüllt. Dieser Topf wird auf bis zu 50 Grad erhitzt. Sollte diese Temperatur erreicht sein, wird nun der andere Topf befüllt. Dafür nutzt man Wasser mit Zimmertemperatur. Nun muss man im Grunde nichts weiter tun, als regelmäßig die Temperatur der Töpfe abzumessen. Dafür tut man diese am besten nachts in den Schnee stellen. Alle 2-3 Minuten geht man nun mit dem Thermometer hin und misst die Temperatur. Diese wird notiert. Das Verfahren wird so lange durchführt, bis einer der Töpfe gefroren ist. Wie zu erwarten, wird es sich dabei (in der Regel) um den zuvor erhitzten Topf handeln. Dieser Versuch ist schnell, einfach und verdeutlicht, dass der Mpemba-Effekt keine Legende, sondern Realität ist. Sollten Sie übrigens die Ursache des Problems herausfinden können, dürfen Sie mit einer Belohnung von 1000 Pfund rechnen. Diese wird nämlich als Preis ausgesetzt, für denjenigen, der eine wissenschaftlich fundierte Erklärung liefern kann.

Diese Dinge brauchen Sie zum Testen des Mpemba-Effekts

  • 2 Töpfe
  • 1 Herd
  • 1 Thermometer
  • Wasser

Worauf der Mpemba-Effekt möglicherweise beruht

Eine eindeutige Ursache konnte bisher nicht herausgefunden werden. Dennoch gibt es Annahmen, die das Phänomen erklären könnten. Besonders plausibel finden wir dabei die, dass die erhöhte Temperatur zu einer höheren Verdunstung führt. Diese hat nämlich einen kühlenden Effekt. Daher wäre es plausibel, dass das der Grund für den Mpemba-Effekt ist. Obwohl die Erklärung durchaus Sinn macht, konnte sie dennoch nicht belegt werden. Die Ursache bleibt also ein Mysterium. Es steht allerdings fest, dass warmes Wasser schneller gefriert als kaltes.

Falls Sie sich gefragt haben, ob der Mpemba-Effekt tatsächlich real ist, so haben Sie nun die Bestätigung. Auch wir müssen zugeben, dass uns dieses Paradoxum doch etwas erstaunt. In unserer Welt gibt es aber nun mal eine Vielzahl an Dingen, die nur schwer nachvollziehbar sind. Selbst für Wissenschaftler.
Warmes Wasser gefriert schneller als kaltes – Tatsache oder Unwahrheit?
Bewerten Sie diesen Artikel.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here

*