Ablauf einer künstlichen Befruchtung – wie durch assistierte Reproduktion eine Schwangerschaft ermöglicht wird

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Viele Paare, die sich Kinder wünschen, jedoch aus unterschiedlichen Gründen keine bekommen können, entscheiden sich für eine künstliche Befruchtung. Diese wird in der Fachsprache auch als InvitroFertilisation (IVF) bezeichnet, findet im Labor statt und umfasst verschiedene Einzelschritte. Eine auf diese Weise durchgeführte assistierte Fortpflanzung, läuft gänzlich ohne Geschlechtsverkehr ab und kann mehrere Wochen andauern. Dennoch muss nicht zwangsweise von einem großen Eingriff gesprochen werden, da bei regulärem Verlauf nur kleinere operative Maßnahmen vonnöten sind. Was die einzelnen Schritte beinhalten und wie diese Art der Befruchtung abläuft, werden wir Ihnen in unserem Artikel erklären.

Schritt 1 – Behandlung der Frau mit Hormonen

Frau mit Hormontabletten
© Africa

Bevor eine In-vitro-Fertilisation durchgeführt werden kann, sind zwei essentielle Komponenten erforderlich. Die Rede ist von Spermien und Eizellen. Während Spermien in der Regel einfach durch Masturbation gewonnen werden können, gestaltet sich die Entnahme von Eizellen als wesentlich komplizierter. Allein schon aus dem Grund, da in den meisten Fällen erst einmal eine Downregulation erforderlich ist. Darunter versteht man eine Hormonbehandlung, bei der der Frau unterschiedliche Präparate verabreicht werden. Eine Verabreichung erfolgt dabei entweder mittels Tabletten, oder durch Injektionen.

Die einzelnen Mittel dienen der Unterdrückung der körpereigenen Hormonausschüttung, wodurch ein unkontrollierter Eisprung verhindert werden soll. Auch eine Kombination aus beidem ist möglich. Nach etwa 1 bis 2 Wochen, kommt es dann zu einer gezielten Stimulation der Eierstöcke, um die Chancen zu erhöhen, mehrere befruchtungsfähige Eizellen zu erhalten.  Die gesamte Prozedur sollte dabei von einem Arzt überwacht werden, um im Falle von möglichen Komplikationen schnell reagieren zu können. Eine In-vitro-Fertilisation kann übrigens auch durch eine Eizellenspende erfolgen. Das ist beispielsweise dann sinnvoll und notwendig, wenn die assistierte Reproduktion auf reguläre Weise mehrmals fehlgeschlagen ist. Eizellen spenden ist in Deutschland jedoch verboten, wenngleich von vielen Seiten eine Legalisierung gefordert wird. Eine ähnliche Situation gibt es auch in einigen anderen Staaten.

Wer dennoch eine InvitroFertilisation mit Eizellenspende durchführen möchte, ist also gezwungen ein ausländisches Land aufzusuchen, wo diesbezüglich eine offenere Politik herrscht. Das ist beispielsweise in Spanien, Belgien und Holland der Fall. Da Spenderinnen jedoch in der Regel keine Vergütung entgegennehmen dürfen, hält sich der Anreiz für Spenden bisher in Grenzen. Das führt dazu, dass das Angebot die Nachfrage nicht decken kann. Es liegt daher ein Mangel an Eizellenspenden vor. Hierzu sollte allerdings auch gesagt werden, dass es sich bei Eizellenspenden um ein sehr schwieriges und komplexes Thema handelt. Nicht nur wegen ethischen, sondern auch aufgrund von gesundheitlichen Aspekten.

Schritt 2 – Einleitung des Eisprungs

Nachdem die Hormonstimulation eine Zeit lang durchgeführt wurde, werden die Eizellen mittels Ultraschall kontrolliert. Sofern die Eizellen befruchtungsfähig erscheinen, wird die bisherige Behandlung mit Hormonpräparaten eingestellt. Um den Eisprung einleiten zu können, ist allerdings die Injektion eines weiteren Hormons erforderlich. Das geschieht in der Regel etwa anderthalb Wochen nach Beginn der Stimulation. Bei der

Schritt 3 – Entnahme der Eizellen

Eizelle unter Laborbefruchtung
© medistock

Etwa 36 Stunden nach Einleitung des Eisprungs, werden der Frau die Eizellen entnommen. Das geschieht entweder mittels einer feinen Nadel, oder durch eine Bauchspiegelung. Letztere Option wird allerdings seltener angewendet. Da es sich hierbei um einen operativen Eingriff handelt, wird die Patientin ruhiggestellt. Meist erfolgt das durch die Gabe von Beruhigungs- und/oder Schmerzmitteln, sowie einer kurzzeitigen Vollnarkose. Wie auch bei anderen operativen Maßnahmen, kann es dabei zu Folgeerscheinungen kommen. Diese sind jedoch in der Regel unproblematisch und kennzeichnen sich z. B. durch kleinere Blutungen. Besonders unter ärztlicher Aufsicht, besteht hier jedoch definitiv kein Grund zur Sorge.

Schritt 4 – Befruchtung der Eizellen

Sobald die Eizellen der Frau entnommen wurden, werden die Spermien des Mannes benötigt. Wie bereits im ersten Schritt erwähnt, werden diese durch ein Masturbationsverfahren gewonnen. Dafür steht in den meisten Fällen ein spezieller Masturbationsraum zur Verfügung. Da nicht alle Männer auf Kommando onanieren können, oder sich dabei schlicht und einfach unwohl fühlen, gibt es auch alternative Möglichkeiten zur Gewinnung der Samenflüssigkeit. Diese gilt es mit dem behandelnden Arzt abzusprechen.

Nachdem eine ausreichende Menge an Spermien gewonnen wurde, muss diese erst einmal im Labor aufbereitet werden. Dadurch soll die Chance einer Befruchtung erhöht werden. Anschließend werden Eizellen und Spermien in einer Nährflüssigkeit zusammengeführt. Das geschieht innerhalb eines Brutschranks, wo die eigentliche In-vitro-Fertilisation durchgeführt wird. Ob die Befruchtung der Eizellen erfolgreich war, kann ein Arzt dabei ganz einfach mittels einer mikroskopischen Untersuchung in Erfahrung bringen.

Schritt 5 – Übertragung der befruchteten Embryonen in die Gebärmutter

Sollte eine erfolgreiche Befruchtung der Eizellen eingetroffen sein, kommen diese wieder in einen Brutschrank, wo sie sich erst einmal weiterentwickeln sollen. Erst dann kann mit dem letzten Schritt fortgefahren werden: Der Übertragung der Eizellen in die Gebärmutter. Hierbei handelt es sich, wenngleich es nicht danach klingen mag, um einen kleinen operativen Eingriff. Die meisten Frauen empfinden hierbei nur geringe, oder gar keine Schmerzen. Während des Eingriffs wird ein Katheter durch die Vagina der Frau gelegt, wodurch die entstandenen Embryonen in die Gebärmutter geleitet werden. Sollte dabei alles nach Wunsch verlaufen sein, wird auf künstliche Weise eine Schwangerschaft herbeigeführt. Für viele kinderlose Paare die einzige Hoffnung auf eine Familie.

Diese fünf Schritte sind also erforderlich, um eine In-vitro-Fertilisation durchzuführen. Sollte es allerdings zu Komplikationen kommen, sind unter Umständen spezielle Maßnahmen nötig. Eine davon ist beispielsweise das Assisted Hatching. So oder so ist eine künstliche Befruchtung mit hohen Kosten verbunden. Diese können sich schnell auf über 10000 Euro summieren. Das hängt damit zusammen, dass in der Regel mehrere Anläufe notwendig sind, bevor es tatsächlich zu einer erfolgreichen Schwangerschaft kommt. Jedoch müssen die Eltern diese Kosten in der Regel nicht alleine tragen, sondern werden von den Krankenkassen unterstützt. Allerdings wirklich nur dann, wenn diese Maßnahmen auch nachweislich erforderlich sind. Anders sieht es bei InviMed aus. Die Kosten einer künstlichen Befruchtung im Ausland sind deutlich geringer.

Warten ob Schwangerschaft erfolgreich
© Elnur
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