Wasserverbrauch – Wie viel Wasser wir nutzen und wo wir sparen können

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Wüste durch WasserverschwendungWasserverbrauch: So viel Wasser nutzen und verschwenden wir

Wasserverbrauch ist ein ernstzunehmendes Thema, worüber sich im Grunde jeder von uns Gedanken machen sollte. Dabei geht es nicht nur um die verursachten Kosten, sondern auch um Nachhaltigkeit. Wasser ist nämlich mit die wichtigste Ressource, die wir auf unserem Planeten haben. Und Wasserverschwendung ist leider weiterhin ein Problem, welches allgegenwärtig ist und leider immer noch viel zu wenig beachtet wird. Zugegebenermaßen ist es nicht so einfach den eigenen Wasserverbrauch zu bestimmen. Schließlich kann man sich nicht einfach am Wasserverbrauch pro Kopf orientieren. Es gilt also seinen Wasserverbrauch zu berechnen. Da das natürlich nicht einfach so geht, möchten wir Ihnen den Wasserverbrauch unterschiedlicher Dinge (in Deutschland) zeigen. Auf diese Weise können Sie sich besser ein Bild machen, wo Sie Ihren Wasserverbrauch reduzieren können. Wir sind uns sicher, dass Sie staunen würden, wenn Sie wüssten, wie viel Wasser bei manchen Aktionen verbraucht wird.

TätigkeitVerbrauchEinsparpotential 1-10Alternative
Hände waschen2 bis 3 Liter pro Tag4Kurze Wasserstöße, beim Einseifen abdrehen
Toilettenspülung6-9 Liter pro Spülung3Kurze Stöße nach dem urinieren, Plumpsklo
Zähneputzen5,2 Liter ohne Becher7Becher verwenden. Beim ausspülen abdrehen
Garten2.000 Liter im Jahr8Regentonne verwenden
Baden150 Liter für eine volle Badewanne9Seltener baden, lieber duschen
Duschen18 Liter pro Minute6Nicht unter der Dusche träumen
Kochen und Trinken3 Liter am Tag0Keine Alternative
Spülmaschine8 bis 13 ½ Liter pro Spülung (je nach Modell)4Manuell abspülen mit einer Wanne
Waschmaschine50 Liter bis 180 Liter pro Waschgang7Eco-Siegel beachten, Öko-Waschgänge nutzen
Schweinefleisch/Rindfleisch5.500/15.000 Liter pro Kilo10Auf Fleisch gänzlich verzichten/weniger Fleisch essen

 

Hände waschen

Wasserhahn mit Kalk besetzt
© Angela Shirinov

Bereits beim Händewaschen werden Unmengen von Wasser verschwendet. Wer hierbei Wasser sparen möchte, sollte sich daher nicht übermäßig viel Zeit nehmen. So lässt sich beispielsweise dadurch Wasser einsparen, dass man den Wasserhahn erst dann anmacht, nachdem man sich die Hände eingeseift hat. Natürlich spielt es dabei auch eine Rolle wie dreckig die Hände sind. Jedoch können auch dreckige Hände schnell gewaschen werden. Im Schnitt beträgt der Wasserverbrauch pro Kopf fürs Händewaschen etwa 2 bis 3 Liter am Tag. Wenn man nachhaltig handelt und den Wasserhahn nur so lange wie nötig offenlässt, kann der Verbrauch hier definitiv um 1 bis 2 Liter reduziert werden.

Toilettenspülung

Klos
© ekostsov

Es ist kaum vorstellbar, wie unglaublich viel Wasser beim Spülen der Toilette verloren geht. Tatsächlich gehört die Toilettenspülung zu den Dingen, die eine enorme Auswirkung auf den direkten Verbrauch von Wasser hat. Bei manchen Menschen macht diese sogar fast ein Drittel dessen aus. Pro Tag sind es nämlich sage und schreibe circa 35 Liter. Und das wohlgemerkt bei einer einzelnen Person. Das ist extrem viel und auch ethisch fragwürdig, da

immer noch viele Menschen keinen Zugang zu sauberem Trinkwasser haben. Dabei muss man keineswegs auf das Spülen der Toilette verzichten, um Wasser einsparen zu können. So reicht es bereits, wenn man seinen Spülkasten austauscht. Herkömmliche Spülkästen weisen nämlich einen Wasserverbrauch von etwa 9 Litern pro Spülung auf, was natürlich eine erhebliche Menge ist.

Sparspülkästen können hier Abhilfe schaffen. Diese sind nämlich, wie der Name bereits erahnen lässt, genau fürs Sparen konzipiert. So kann der Wasserverbrauch von 9 auf 6 Liter pro Toilettenspülung reduziert werden. Das ist ein erheblicher Unterschied und bereits eine Wasserersparnis von 1095 Liter. Man kann allerdings noch einen draufsetzen. Sparspülkästen verfügen nämlich in der Regel über eine integrierte Spartaste, wodurch für eine Spülung sogar noch weniger Wasser nötig ist. Auf diese Weise reduziert sich der Verbrauch etwa auf 3 Liter pro Spülung. Man muss also gar nichts groß an seinen Handlungsabläufen verändern, oder gar seine Komfortzone verlassen, um eine jährliche Ersparnis von mehr als 2000 Liter zu gewährleisten. Preislich sind Sparspülkästen übrigens nicht zwangsweise teurer als reguläre Spülkästen. Jedoch muss leider angemerkt werden, dass diese gar nicht mal so einfach zu finden sind. Selbst auf großen Onlinemarktplätzen wie Amazon gibt es hierbei Probleme.

Alternativ kann jedoch auch ein WasserStopp an den Spülkasten montiert werden. Hierbei kann man selbst bestimmen, wie lange man spülen möchte. Auch auf diese Weise ist ein Wasserverbrauch von 3 Litern pro Spülung möglich. Unabhängig davon was für einen Spülkasten man besitzt, empfiehlt es sich diesen regelmäßig zu kontrollieren. Undichte Spülkästen können nämlich zu einem ernsthaften Problem werden. Kaum vorstellbar, doch auf diese Weise ist ein Verlust von fast 500 Litern am Tag möglich. Das kann ganz einfach dadurch verhindert werden, dass man ab und zu die Dichtheit überprüft und falls erforderlich eine neue Dichtung kauft. Eine solche kostet in der Regel nur wenige Euro. Das Geld sollte es einem allemal wert sein. Schon allein aufgrund der Tatsache, dass auf einen undichten Spülkasten eine erschreckende Wasserrechnung folgen kann.

Zähneputzen

Frau putzt zähne
© ALDECAstudio

Auch beim Zähneputzen geht eine Menge Wasser verloren. Durchschnittlich ist es sogar mehr, als durch das Waschen der Hände verloren geht. Das Problem liegt hier allerdings daran, dass viele Menschen mit laufendem Wasser Zähneputzen, was jedoch auf keinen Fall zu empfehlen ist. Der Wasserverbrauch beträgt hier nämlich circa 5,2 Liter. Das mag jetzt vielleicht nicht nach allzu viel klingen, ist jedoch eine erhebliche Menge. Vor allem wenn man bedenkt, wie unglaublich einfach hier gespart werden kann. Anstatt beim Zähneputzen den Wasserhahn laufen zu lassen, kann man einfach mit einem Becher Zähneputzen. Der Wasserverbrauch kann hierdurch problemlos auf 0,2 Liter reduziert werden. Das ist eine Ersparnis von sage und schreibe 5 Litern. Aufs Jahr hochgerechnet macht das stolze 1825 Liter. Unglaublich, was allein beim Putzen der Zähne gespart werden kann.

 

Gartenarbeit

Drei Spaten-Schaufeln

Natürlich hat nicht jeder Mensch einen Garten. Jedoch sollte jeder, der einen solchen besitzt, diesen ausreichend pflegen. Das beinhaltet auch das regelmäßige Bewässern. Allerdings gehen hierbei enorme Wassermengen verloren. Eine konkrete Zahl kann hier zwar nicht genannt werden, unter anderem da Gärten unterschiedlich groß sind, jedoch kann realistisch mindestens mit einem jährlichen Wasserverbrauch von 2000 Litern gerechnet werden. Sollte man gar auf verschwenderische Bewässerungsanlagen zurückgreifen, ist theoretisch selbst ein Vielfaches des Verbrauchs denkbar. Glücklicherweise gibt es viele Möglichkeiten um zu sparen. Eine der besten ist dabei, wenn man auf Regenoder Grundwasser zurückgreift. Dieses ist sogar für die bewässerten Pflanzen besser, da der Kalkgehalt geringer als bei Trinkwasser ist.

Gesammelt werden kann das Wasser beispielsweise dadurch, dass man eine Regentonne nutzt. Sollte diese für den erforderlichen Wasserverbrauch nicht ausreichen, kann man auch mehrere Regentonnen mittels Kupplungssystem miteinander verbinden. Das dürfte in Deutschland, wo es ja ausreichend regnet, für nahezu alle Arten von Gärten reichen. Sollte dennoch ein höherer Bedarf bestehen, kann man eine Zisterne in den Boden einlassen. Eine solche muss nicht mal zwangsweise aus Beton bestehen. Auch Kunststoff ist ein denkbares Material. Auf diese Weise ist ein Fassungsvermögen von bis zu 9000 Litern möglich.

Uns persönlich fällt jedoch nicht ein, weswegen das für einen gewöhnlichen Garten nötig sein sollte. Eine weitere Wassereinsparmaßnahme ist das gezieltes Gießen der Wurzeln. Wenngleich eine solche etwas zeitintensiver ist, kann auf diese Weise eine Menge Wasser eingespart werden. Eine flächenmäßige Bewässerung verbraucht hingegen um einiges mehr. Das kann sich auch in der Wasserrechnung niederschlagen.

Baden

Wanne zum Baden
© XtravaganT

Wie viel Wasser letztendlich beim Baden verbraucht wird, hängt von dem jeweiligen Fassungsvermögen der Badewanne und wie sehr diese befüllt wird ab. Bei einer Badewanne mit einem Fassungsvermögen von 150 Litern, was recht häufig vorkommt, muss man mit einer voll befüllten Badewanne mit etwa 150 Liter Wasserverbrauch rechnen. Befüllt man hingegen die Badewanne nur halbvoll, liegt der Wasserverbrausch schon um die 75 Liter. Das Sparen ist also gar nicht so schwierig. Schließlich braucht es auch gar nicht so viel Wasser, um ein entspanntes Bad zu nehmen. Und wenn alles überschwappt, ist das ja auch nicht gerade angenehm. Pro Kubikmeter Warmwasser fallen zudem im Schnitt 10,69 Euro Wasserkosten an. Bei einer Badewanne mit 150 Liter Fassungsvermögen, wären wir also bereits bei 0,15 Kubikmetern. Das wären um die 1,6305 Euro für ein Bad.

 

Wenn man nicht von einer herkömmlichen Badewanne, sondern von einer Luxusbadewanne ausgeht, kann das Fassungsvermögen sogar bis zu 1000 Liter betragen. Dadurch würden bei einem Vollbad ganze 1000 Liter Wasser verschwendet werden. Ganz zu schweigen von einer sehr hohen Wasserrechnung, sofern man regelmäßig ein Bad nehmen möchte. Ein dekadenter Luxus. Selbst dann, wenn die Badewanne nur halbvoll aufgefüllt wird. Ein Kauf einer entsprechenden Badewanne, sollte also sehr gut überlegt werden. Sowohl aus finanziellen als auch aus ethischen Gründen. Es kann auch helfen, wenn man seinen Lebensstil anpasst. Gemeint ist hiermit, dass man Baden zu etwas Besonderem macht. So kann man beispielsweise festlegen, dass nur 1 Mal pro Woche, oder gar nur 1 Mal pro Monat gebadet werden darf. Auf diese Weise wird eine Menge Wasser gespart.

Duschen

Wasserarm duschen
© jayzynism

Der Wasserverbrauch beim Duschen hängt im Grunde von zwei Faktoren ab. Es kommt darauf an wie lange man duscht und was für ein Duschkopf verwendet wird. Bei handelsüblichen Duschköpfen ist der Wasserverbrauch recht hoch. Pro Minute werden etwa 18 Liter fällig. Daher empfiehlt es sich auf einen sparsamen Duschkopf zurückzugreifen. Auf diese Weise ist es nämlich möglich, sofern man ein gutes Modell gekauft hat, den Wasserverbrauch erheblich zu senken. Eine Ersparnis von bis zu zwei Drittel des Wassers ist denkbar. Damit würde sich der durchschnittliche Wasserverbrauch auf etwa 6 Liter pro Minute belaufen. Wenn man in einem normalen Tempo duscht, sagen wir etwa 5 Minuten, würde der Wasserverbrauch lediglich 30 Liter betragen. Das ist zwar immer noch nicht unbedingt wenig, jedoch ist ein Bad in der Regel wesentlich verschwenderischer. Daher empfehlen wir zu duschen statt zu baden, um möglichst Kosten zu sparen.

Kochen

Fischrezeptvorbereitung
© Alexander Raths

Das Kochen und Trinken verbraucht relativ wenig Wasser. Nach wasserwirtschaftlichen Schätzungen wird pro Kopf täglich etwa 3 Liter für beides verbraucht. Im Vergleich zu vielen weiteren Dingen im Haushalt, ist das wirklich nicht allzu viel. Hier ist also wirklich nicht der Punkt, wo man einsparen muss. Es gilt also weiterhin leckeres und gesundes Essen zu kochen und ausreichend zu trinken. Schließlich ist das ausschlaggebend für unsere Gesundheit. Wer jedoch auch hier sparen möchte, der kann beispielsweise darauf achten, dass der Wasserhahn nicht unnötigerweise angelassen wird.

Spülmaschine

Geöffnete Spülmaschine
© Alexander Raths

Spülmaschinen können eine Menge Wasser verbrauchen. Es kommt dabei allerdings stark auf das jeweilige Modell an. Ältere Geräte verbrauchen meist mehr als neuere. So ist bei neueren Modellen ein Verbrauch von 8 Liter pro Spülgang realistisch. Bei älteren Modellen, sagen wir um die 10 Jahre, kommt man auf circa 13 ½ Liter. Ein gewaltiger Unterschied, weswegen eine Neuanschaffung wirklich Sinn machen kann. Vor allem wenn man den Verbrauch auf ein gesamtes Jahr hochrechnet. Bestenfalls holt man sich eine sparsame Spülmaschine, welche nicht unbedingt teuer sein muss und setzt dadurch ein Zeichen für Nachhaltigkeit. Zudem darf man natürlich auch nicht vergessen, dass man etwas Geld spart. Die jährlichen Betriebskosten können etwa um 5 Euro gesenkt werden.

Waschmaschine

© StockSnap

Waschmaschinen gehören zu den Haushaltsgeräten, die am meisten Wasser verbrauchen. Entscheidend für den Wasserverbrauch ist dabei das Alter der Waschmaschine. So kann man bei neuen Waschmaschinen mit circa 50 Liter pro Waschgang rechnen. Das klingt zwar nach sehr viel ist, ist jedoch verhältnismäßig sparsam. Echte Wasserverschwender sind Waschmaschinen über 30 Jahre. Bei einem Waschgang sind hier durchschnittlich 180 Liter nötig. Bei einem Alter von 10 Jahren beläuft sich der Verbrauch auf etwa 80 bis 90 Liter. Das ist zwar immer noch viel für einen Waschgang, jedoch nicht ganz so verschwenderisch. Von zu alten Waschmaschinen sollte man jedoch generell eher die Finger lassen. Zu empfehlen sind aus finanziellen Gründen und wegen dem Aspekt der Nachhaltigkeit, sich entweder eine komplett neue, oder höchstens ein Modell von bis zu 5 Jahren zu holen. Im Schnitt kommt man hierbei nicht über 60 bis 70 Liter pro Waschgang.

Schweinefleisch

Schweinchen im Mastbetrieb
© dusanpetkovic1

Wenngleich der Anteil an Vegetariern in Deutschland immer größer wird, schätzungsweise geht man derzeit von etwa 10% der Bevölkerung aus, essen immer noch sehr viele Menschen Fleisch. Das führt zu einem enormen passiven Wasserverbrauch. Dieser wird unter anderem bei der Produktion von Schweinefleisch bemerkbar. Hier kann man mit einem Wasserverbrauch von bis zu 5500 Liter pro Kilo rechnen. Der Verbrauch kommt unter anderem aufgrund des Futteranbaus und der Versorgung mit Trinkwasser zustande. Es heißt jetzt allerdings nicht, dass man gänzlich auf Schweinefleisch verzichten muss. Zumal das wahrscheinlich nicht passieren wird, da Schwein in Deutschland am meisten auf den Grill kommt. Wenn man seinen Fleischkonsum allerdings etwas reduziert, was auch gut für die eigene Gesundheit sein kann (gerade bei rotem Fleisch), kann der Wasserverbrauch gesenkt werden. Ganz zu schweigen von der finanziellen Ersparnis, wenn man auf Qualitätsfleisch zurückgreifen möchte.

Rindfleisch

Kühe auf der Weide

Der Wasserverbrauch von Schweinefleisch ist bereits sehr hoch. Das meiste virtuelle Wasser geht hingegen bei Rindfleisch verloren. Im Schnitt sind es etwa 15000 Liter pro Kilo. Eine kaum vorstellbare Menge, die jedoch voll und ganz der Realität entspricht. Der Wasserverbrauch kommt dabei allerdings nicht nur aufgrund des Trinkwassers für die Rinder, sondern unter anderem auch für die Bewässerung von Feldern zur Nahrungsmittelproduktion zustande. Jedoch sollte man dabei auch bedenken, dass viel Wasser durch den Niederschlag geliefert wird und generell wieder in den Wasserkreislauf zurückfließt. Daher darf man die 15000 Liter, so schockierend sie auch sein mögen, nicht direkt für bare Münze nehmen. Die ganze Geschichte ist nämlich um einiges komplexer. Was jedoch mit Sicherheit gesagt werden kann, ist, dass die zunehmende Nachfrage nach Fleisch in Zukunft ein ernsthaftes Problem darstellen könnte. Eine vegetarische, oder gar vegane Ernährung, ist daher an sich durchaus zu empfehlen. Auf diese Weise setzt man nämlich auch ein Zeichen gegen den Wasserverbrauch und für die Nachhaltigkeit. Ganz zu schweigen von ethischen Fragen.

Wasserverbrauch – Wie viel Wasser wir nutzen und wo wir sparen können
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